Hohe Anerkennung für Landfrau

Annameta Rippich erhält beim KreisLandFrauentag des Bundesverdienstkreusz von Landrat Peter Bohlmann

Annameta Rippich aus Bierden ist am Sonntag im Gasthaus "Zur Linde" nicht weit von ihrem Wohnort entfernt mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden. Landrat Peter Bohlmann überreichte die vom Bundespräsidenten verliehene Auszeichnung im feierlichen Rahmen des KreisLandFrauentages und würdigte " den beispielhaften ehrenamtlichen Einsatz" der Landfrau, die sich seit über 50 Jahren in der Landfrauenarbeit und darüber hinaus seit 15 Jahren in der Kommunalpolitik engagiert.

Bohlmann zeigte sich bestehens im Bilde, als er dem Publikum im großen Saal die wichtigsten Stationen aus dem Leben von Annameta Rippich präsentierte - von ihrer Arbeit als Bäuerin mit 20 Milchkühen, Kälbernachzucht und Pferden über die Heirat mit dem damaligen Achimer Bürgermeister Christoph Rippich bis hin zu ihrem Einstieg in die Kommunalpolitik, wo sie sich seit 2006 als Mitglied der CDU im Verdener Kreistag und seit 2016 als Ratsmitglied im Achimer Stadtrat einbringt. "Du bist Dorf-und Marschkind, Ehefrau,Mutter,Oma,Kauffrau, Bäuerin, Köchin, Landfrau und Politikerin" sprudelte es voller Anerkennung und Respekt nur so aus Bohlmann heraus.

In der Landfrauenarbeit habe sie sich stark gemacht für die Wahrnehmung und Vertretung der Landfrauen, Mitgliederwerbung und Öffentlichkeitsarbeit betrieben und die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Organisationen gefördert. Das gute Miteinander der fünf Ortsvereine Verden, Thedinghausen, Posthausen, Ottersberg und Achim habe ihr als Kreisvorsitzende stets am Herzen gelegen, stellte der Landrat in seiner Laudatio fest. Annameta Rippich hatte im Jahr 1970 - nach der Volksschule und einer Ausbildung zur Industriekauffrau sowie mehreren Jahre Berufsausbildung- ihren ersten Mann Dieter Wilkens geheiratet und war auf einen landwirtschaftlichen Hof in direkter Nachbarschaft zum Gasthaus "Zur Linde" gezogen.

Nach der Geburt Ihrer Söhne Dirk und Harm war Rippich fortan Mutter und Bäuerin, die sich um Familie und Haus gekümmert und auf dem Hof ausgeholfen hat. Im selben Jahr trat sie dem Landfrauenverein Achim bei, weil sie als "Neu-Bäuerin" den Austausch mit anderen Landfrauen suchte und ihr die Bildungsangebote gefielen. Er habe sie in ihrem Engagement als Landfrau "immer kompetent" erlebt, betonte Bohlmann.

Für sie stehe die Sache im Vordergrund, ein wertschätzender und vertrauensvoller Umgang miteinander sei ihr wichtig. Ihre Projekte habe Annameta Rippich zudem stets ergebnisorientiert betrachtet, ergänzte der Landrat. Das Projekt "Kochen mit Kindern" etwa sei für sie eine Herzensangelegenheit gewesen.

Landfrauenarbeit bedeutet derweil für Rippich, die in der Achimer Marsch aufgewachsen ist, auch ein großes Stück Heimatgefühl-und pflege. "Nichts Schöneres kann ich mit vorstellen. Ich bin gerne zum Melken in die Marsch gefahren und liebe es, wenn morgens der Nebel über den Wiesen aufsteigt, sagte sie und fügt hinzu "Heimat- das ist diese Weite, wenn ich rausgucke. Ich bin in der Marsch mit Hecken, Weiden, Wasser und Vieh groß geworden. Ich habe das Glück, dass die Familie hier auch wohnt. Ich setze mich auf`s Rad, fahre raus und treffe hier Menschen, mit denen ich schon ein ganzes Leben verbunden bin". Dass sie einmal eine derartige Auszeichnung erhalten würde, hätte sie nie zu träumen gewagt, sagte die sichtlich gerührte Landfrau. Obwohl sie ihre Ämter als Vorsitzende des Landfrauenvereins Achim und im Kreisvorstands inzwischen aufgegeben hat, werde sie der Landfrauenarbeit immer treu bleiben, ließ die 72-jährige, die mit ihrem Mann gerne nach Helgoland reist, am Rande der Zeremonie verlauten.

"Es kann nicht immer schön und bunt sein, aber dass die Gesellschaft wieder mehr auf sich aufpasst und auch der einzelne Mensch mehr auf sich Acht gibt, wäre gut", wünscht sie sich. Stand die Verleihung des Verdienstkreuzes für Annameta Rippich zwar im Mittelpunkt des KreisLandFrauentages, so hatte die sehr gut besuchte Veranstaltung doch noch sehr viel mehr zu bieten.

Achims derzeit amtierender Vize-Bürgermeister Werner Wippler, Kreislandwirt Jörn Ehlers und abermals Landrat Peter Bohlmann lobten die Arbeit der Landfrauenn für das ländliche Leben uns das Allgemeinwohl. Die privat organisierte Line-Dance Gruppe der Landfrauen um Tanzlehrerin Silvia Wenzel war mit zwei umjubelten Tänzen und einer Zugabe am Start.

Mit einer Multimedia-Reportage stellte Fernsehjournalist Peter von Sassen zudem das Leben und Wirken der schwedischen Kinder- und Jugendbuchautorin Astrid Lindgren in den Mittelpunkt, die als Namensgeberin einer städtischen Schule auch in Achim ihre Spuren hinterlassen hat.

Bericht: Lars Köppler
Foto: Björn Hake
- beide Weser-Kurier -