Kreislandfrauentag 2004 in Verden



Die niedersächsische Sozialministerin Ursula von der Leyen sprach auf dem Kreislandfrauentag über Familienpolitik

"Das Schicksal des Staates hängt vom Zustand der Familie ab". - Mit diesem fast 200 Jahre alten Zitat haben die Verdener Landfrauen zum Kreislandfrauentag eingeladen. Alle Redner des Nachmittags waren sich einig, dass dieser Ausspruch auch heute noch aktuell ist.

Die Vorsitzende Birgit Stöver konnte fast 400 Landfrauen und zahlreiche Gäste in Verden begrüßen. Im Vorraum hatten die Frauen des Kreativmarktes ihre Stände aufgebaut und so gab es schon vor der Veranstaltung Interessantes zu sehen und zu kaufen.

Bereits in den Grußworten des Landrats Wächter, des stellvertretenden Bürgermeisters Richter, des Superintendenten Rathing und des Kreislandwirts Joost Meyerholz wurde das Thema "Familie" von unterschiedlichen Gesichtspunkten aus beleuchtet und auch die Landesvorsitzende Brigitte Scherb unterstrich in ihrem Kurzvortrag die Wichtigkeit der Familie gerade in der heutigen Zeit.

Vor der Kaffeepause stellte die Vorsitzende des Kuratoriums für Dorfhelferinnen, Hilda Meyer, den Anwesenden die Dorfhelferinnen, die im Kreis Verden tätig sind und ihre Arbeit vor, denn was in früheren Jahren bei Erkrankung der Bäuerin oder Geburt eines Kindes selbstverständlich war, ist es heute nicht mehr: der Einsatz einer Dorfhelferin. Es ist auch oft nicht bekannt, dass Dorfhelferinnen in allen Familien, nicht nur in landwirtschaftlichen eingesetzt werden können.

In der Kaffeepause wurde ein "dickes" Sparschwein herum gegeben. Ursula von der Leyen ist Schirmherrin des Kinderhospiz Löwenherz. Damit schwerstkranke Kinder und ihre Familien in Syke auch weiterhin so gut betreut und behandelt werden können, sind Spenden erforderlich. Und so sind an diesem Nachmittag 650,-€ zusammengekommen um das Kinderhospiz zu unterstützen. Nach der Kaffeepause hörten die Landfrauen zunächst ein von Ulrike Kraul selbstverfasstes Gedicht: "Gedanken einer Bäuerin zum Erntedank" und danach waren alle gespannt auf den Vortrag der Sozialministerin.

"Kinder sind die wesentliche Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum". So lautete die Kernaussage des Vortrags "Familienpolitik vor neuen Herausforderungen " von Ursula von der Leyen, selbst Ärztin und siebenfache Mutter. Wenn auch Konrad Adenauer früher behauptet hatte "Kinder kriegen wir immer", so zeigt doch die aktuelle Lage, dass in Deutschland ein Drittel aller Paare kinderlos ist, dass wir bei der Geburtenrate weltweit nur auf Platz 190 gelandet sind und "in Sachen Kinderfreundlichkeit an allerletzter Stelle" stehen. Von der Leyen setzte sich vehement dafür ein, Kinder als Karrieremotor zu sehen und als Beleg dafür zu werten, dass berufstätige Mütter belastbar, effizient und hervorragend organisiert sind: "Eine am tatsächlichen Bedarf orientierte Familienpolitik ist daher das entscheidende Instrument für die Zukunft Deutschlands". Die Sozialministerin will sich dafür einsetzen, Familien bei Rente und Pflegeversicherung zu entlasten und statt dessen das Kindergeld zu erhöhen.

Auf dem Foto sind (von links nach rechts) die Bezirksvorsitzende für den Bezirk Stade Renate Wölfel, die Kreisvorsitzende Birgit Stöver, die NLV-Landesvorsitzende Brigitte Scherb zusammen mit Ministerin Ursula von der Leyen nach ihrem Vortrag zu sehen.

Nach dem gesprochenen Wort folgte dann die Musik in Form eines 20-minütigen Auftritts des Gospelchores aus Westen, der mit viel Applaus bedacht wurde.

Mit besinnlichen Worten und einem herzlichen Dank an alle Mitwirkenden beendete Rita Grünhage, die 2. Vorsitzende des Verdener Vereins diesen interessanten Nachmittag.


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