"Ein Hühnerleben - Das Nutztier der Zukunft"








-Vortrag von Dr. Christian Sürie-

"Vielleicht brauchen wir etwas Hunger, um über unsere Ernährung nachzudenken".

Das war eines der Zitate von Dr. Christian Sürie, der beim Erntedanknachmittag des Landfrauenvereins Achim und Umgebung in Daverden im "Waldschlößchen" unter dem Titel " Ein Hühnerleben-Das Nutztier der Zukunft" einen Vortrag hielt.

Der Administrator des Lehr- und Forschungsgutes der Stiftung Tierärzliche Hochschule in Hannover berichtete, dass bei der globalen Fleischerzeugung die Geflügelmast die Schweinehaltung fast eingeholt habe. Viele Verbraucher verlangen indessen, dass das Wohl der Nutztiere und Umweltaspekte deutlich stärker als bisher beachtet werden. Ein nachhaltiges Haltungssystem habe etliche Anforderungen zu erfüllen. Es müsse tiergerecht, umweltverträglich und zugleich wirtschaftlich sein, aber auch der Lebensmittelhygiene genügen, erläuterte Dr. Sürie.

Der Grossteil der Hennen in Deutschland - 63 Prozent- werde am Boden gehalten. Freiland- und Ökohaltung spielten eine geringere Rolle, nähmen aber zu. Spitzenhennen legten bis zu 320 Eier pro Jahr und würden nach 12 Monaten geschlachtet, da sie dann keine Eier mehr legten. Dr. Sürie nannte es auch wichtig "Hähne dabei zu haben, die warnen". Der Referent kritisierte, dass jährlich 50 Millionen männliche Küken getötet werden und warf die Frage auf, ob denn neugeborenes Federvieh keine Seele habe.

Sürie kam mit seinem Vortrag auf einen weiteren Zweig der Landwirtschaft zu sprechen. Auf der Erde gebe es nur 3 Prozent nutzbaren Ackerboden, trotzdem werde nur 44 Prozent des dort erzeugten Getreides direkt für menschliche Ernähung verwendet.

"Können wir immer weiter so viel essen?" fragte er im Hinblick auf die steigende Zahl der Weltbevölkerung. Wichtig sei es, national, regional und saisonal einzukaufen und die Koch- und Esskultur zu überdenken. Bei den Produkten hielt der Referent Transparenz für wichtig, Inhaltsstoffe müssten klar, deutlich und übersichtlich deklariert werden. Zudem sollte der Verbraucher die Erzeugnisse wertschätzen. Dabei nannte Dr. Sürie das Stichwort Abfallminderung und gab zu bedenken: "Wer mit leeren Magen einkauft, füllt den Wagen weitaus mehr, als der mit einem vollen Magen - die Differenz schmeissen wir weg", erklärte er.

Das einstündige Referat wurde mit sehr viel Beifall bedacht, Fragen gab es nicht mehr, denn der Sachverständige hatte umfangreich infomiert.

Die 1. Vorsitzende, Annameta Rippich, bedankte sich nicht nur bei Dr. Sürie für den hervorrangenden Vortrag, sondern auch bei Adelheid Elfers, Gitta Emigholz und Greta Rose für den schönen Tischschmuck.

"Es ist ein Privileg, ein Landwirt zu sein, denn auf 145 Bürger kommt nur ein Landwirt".

Bericht: Wolfgang Hustedt
Fotos: Wolfgang Hustedt/Marie-Luise Wilkens

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