60 Jahre Kreislandfrauenverband Verden






Rund 350 Landfrauen und Gäste trafen sich am 11.11. im herbstlich geschmückten Saal des Gasthauses Scholvin-Ortmann in Riede, um den 60. Geburtstag des Kreisverbandes gebührend zu feiern. Frau Annameta Rippich eröffnete stellvertretend für die erkrankte Kreisvorsitzende Birgit Stöver die Veranstaltung und hielt einen kurzen Rückblick auf die Aktionen und Veranstaltungen auf Orts-, Kreis-, und Landesebene anlässlich deren 60jährigen Bestehens. Sie betonte dabei ausdrücklich den starken Teamgeist in den Landfrauenreihen, der eben nicht bedeutet: „Toll, ein anderer machts“.

Dieses besondere Gemeinschaftsgefühl gepaart mit Aufgeschlossenheit und Erdver-bundenheit sowie positivem Denken schätzt auch Landrat Peter Bohlmann an den Landfrauen und bedankte sich nochmals für die blühende Biene, die in diesem Frühling vor dem Kreishaus in Verden gepflanzt worden war.

Für Gerd Schröder, Samtgemeindebürgermeister von Thedinghausen und selbst Fördermitglied im Landfrauenverein Thedinghausen, sind die Landfrauen als „weicher Standortfaktor“ aus dem gesellschaftlichen und politischen Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Frau Pastorin Anke Döding aus Wittlohe hielt es mit Barak Obamas Motto: „Yes, we can.“, und auch Bezirkslandwirt Joost Meyerholz bestärkte die Landfrauen darin, nach einem aus landwirtschaftlicher Sicht turbulenten Jahr 2008 mit ihrer positiven Ausstrahlung den Männern weiterhin den Rücken zu stärken.

Eine Ehrung gab es auch an diesem Nachmitttag: Frau Renate Wölfel, stellvertretende Landesvorsitzende Nord des Niedersächsischen Landfrauenverbandes Hannover, war eigens angereist, um die silberne Biene mit Niedersachsenwappen für besondere Verdienste im Ehrenamt zu verleihen. Hilde Stegmann, ehemalige Vorsitzende des Landfrauenvereins Posthausen, war sichtlich überrascht und gerührt. Ihr wurde das Ehrenzeichen des Verbandes für 18 Jahre Vorstandsarbeit im Verein überreicht, davon 5 Jahre als Beisitzerin, 3 Jahre als 2. Vorsitzende und 10 Jahre als 1. Vorsitzende. Hatte sie doch mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen angesichts der Tatsache, dass die Firma Dodenhof sie selbst und die Mehrzahl ihrer Landfrauen beruflich tagsüber bindet. Die Dorfgemeinschaft war ihr stets ein besonderes Anliegen und so hat sie so manchen Urlaubstag für die Landfrauenarbeit geopfert.

Nach der Kaffeepause brachten die „Stacheligen Landfrauen“ aus dem Kreis Höxter unter Leitung von Petra Wattenbach mit ihren satirischen Liedertexten zu bekannten Schlagern ordentlich Schwung in den Saal. Vom „Wirtschaftsweg“ („Countryroads“), der als Schleich- , Rad-, Wanderund Walkingweg heutzutage ebenso große Bedeutung hat bis hin zu dem Evergreen „Aber bitte mit Sahne“ mit aktuellem Bezug zur Milchmarktkrise boten die acht Damen aus Westfalen einen heiteren selbstironischen a cappella Gesang auf die Landwirtschaft und das Leben auf dem Lande.

Ulrike Siegel (Baden-Württemberg) und Ilse Niermeyer (Westfalen), beide Buchautorinnen und Bauerntöchter lasen aus der Triologie „Immer regnet es zur falschen Zeit“. Sie sammelten 70 Geschichten von Bauerntöchtern, die in den 60er Jahren ihre Kindheit auf dem Lande erlebten mit ihren schönen wie auch schweren Seiten. Ihre Aspekte waren Kindheitserinnerungen, was die Frauen geprägt hat und der Rückblick aus heutiger Sicht. Jede im Saal konnte sich irgendwo in den Geschichten wiederfinden. Die Bilanz der Autorinnen: “Wir haben nicht viel Geld, aber wir haben ein reiches Leben,“ und „Die Lebensschule als Bauerntochter ist nicht die schlechteste“.

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